Fraktionsklausur: Die Koalition der Letzten Tage traf sich gerade in Münster

vor etwa 13 Stunden

Fraktionsklausur: Die Koalition der Letzten Tage traf sich gerade in Münster
Bildquelle: Tichys Einblick

Der Berg in Münster kreißte und die Koalition gebar eine Maus, die Maus von Münster. Ein Herr Hoffmann von der CSU scheint ungeheuer stolz darauf zu sein, dass ihm dazu sogar eine Alliteration gelang, nämlich der „Mut von Münster“, wobei nicht bekannt ist, ob er weiß, dass man diese Wortgruppe eine Alliteration nennt. Es lohnt ein Blick, worin der Mut konkret besteht, Bürger in Untertanen zu verwandeln.

Für Jens Spahn stellte es einen Trost dar, dass er doch noch zu seinem Abendessen in Münster kam, denn das Treffen der Spitzen der Unions- und der SPD-Fraktion in Münster hatte Jens Spahn noch organisiert, bevor er wegen kurzfristiger Kinderwunscherfüllung zurücktreten musste. Statt seiner nahm Merzens neuer Abteilungsleiter für die Unionsfraktion Thorsten Frei am Treffen der Geschäftsführenden Vorstände von CDU/CSU und SPD teil.

Nachdem die Regierung Anfang der Woche sich ein paar schöne Stunden auf Schloss Neuhardenberg gegönnt hatte, beendeten die Regierungsfraktionen eilfertig die Woche der Mutwilligen in Münster. Neuhardenberg hieß zu DDR-Zeiten übrigens Marxwalde, und man sagt über die Sommerfrische von Augenblickskanzler Merz, Schuldenminister Klingbeil und der Kämpferin gegen das Einheitsbraun Bärbel Bas nicht zu viel, wenn man zu dem Schluss kommt, dass die Kabinettsklausur eher vom Geiste von Karl Marx, anstatt vom Geiste von Karl August Fürst von Hardenberg, dem preußischen Staatskanzler zur Zeit der preußischen Reformen, inspiriert war.

Jedenfalls fehlten Männer von der intellektuellen und politischen Statur wie Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein, wie Theodor von Schön, Johann Gottfried Frey, Ludwig von Vincke wie August Neidhardt von Gneisenau, Gerhard von Scharnhorst und Carl von Clausewitz. Mit einem Wort: Im früheren Marxwalde traf sich nicht die Partei der Reform, sondern die Partei der Reaktion.

Fein, am Dienstag, den 25. August und am Mittwoch, den 26. August 2026, kuschelte die Regierung in Marxwalde, am 27. und am 28. August die Geschäftsführenden Vorstände von CDU/CSU und SPD in Münster. Noch feiner, die Botschaft lautet: Die Regierung hat sich lieb, nicht das Land, schon gar nicht diejenigen, die schon länger hier leben, das von Bärbel Bas monierte „Einheitsbraun“, aber dafür ganz doll sich, zumal der Kanzler hier nicht freche Widerworte vom Volk zu erwarten hat. Merz ist ohnehin gekränkt, wenn bei seinem Erscheinen nicht: „Heil Dir Windradkranz/Herrscher des Vaterlands/Heil Kanzler Dir“ andächtig und devot geschmettert wird.

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