Bei der noch laufenden 78. Frankfurter Buchmesse feiert sich Deutschland einmal mehr als „Volk der Dichter und Denker“. Aber es ist Schall und Rauch. Denn an allen Ecken und Enden arbeitet dieses Land, das sich immer noch Bildungsnation nennt, an der Abschaffung der eigenen Sprache: Wir müssen zusehen, wie mehr als zehn Millionen Erwachsene dieses Landes Analphabeten sind und dass von Millionen Bewohnern dieses Landes in Parallelgesellschaften kein Wort Deutsch gesprochen wird. Wir lassen die deutsche Sprache von Tausenden von Anglizismen überschwemmen, wir ersetzen Deutsch als Wissenschaftssprache durch ein simples „Academic Pidgin English“, und wir lassen uns die verstümmelte, hochideologisierte Gendersprache verpassen.
UND: Wir befördern all das auch noch bildungspolitisch und schulpädagogisch. Der neueste Schrei ist nun, dass im Deutschunterricht bis hinauf zum Abitur Klassiker in leichter/vereinfachter Sprache „gelesen“ werden. TE hat bereit am 19. Januar 2026 darüber berichtet.
Nun hat sich 3sat am 8. Oktober in einem 8-Minuten-Beitrag damit befasst. Kritiker der vereinfachten Klassiker kommen zu Wort, mehr aber begeisterte Befürworter: der türkischstämmige Schriftsteller und Aktivist Fikri Anil Altintas, die Schriftstellerin Meike Rötzer und mit Hauke Hückstädt der Leiter des Literaturhauses Frankfurt/M. Ganz begeistert zeigt sich der Leiter des Neuköllner Ernst-Abbe-Gymnasiums, der von seinen Schülern sagt: 90 Prozent reden zu Hause kein Deutsch, sondern überwiegend Arabisch. Wohin der Hase in diesem Film läuft, wird am Ende klar: Die Kamera schwenkt durch eine Abiturklasse, die sich gerade mit der vereinfachten Version von Kleists „Zerbrochnem Krug“ befasst. Mehrere Schülerinnen lächeln unter ihrem Kopftuch in die Kamera. Noch Fragen?
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