Keine Telefonate am Vormittag: Wie Kai Wegner den ersten Tag des Berliner Stromausfalls wirklich verbrachte

vor etwa 2 Stunden

Keine Telefonate am Vormittag: Wie Kai Wegner den ersten Tag des Berliner Stromausfalls wirklich verbrachte
Bildquelle: Apollo News

Er würde es jederzeit wieder so machen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner kurz nach dem mehrtägigen Stromausfall über sein Krisenmanagement. Am 3. Januar, dem ersten Tag des viertägigen Stromausfalls, soll er bereits morgens mit der Arbeit begonnen haben, behauptete er. „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen“, meinte er bei Welt TV am 7. Januar. Er habe mit Krisenstäben und Verantwortlichen des Berliner Stromnetzes telefoniert, ebenso mit der Bundesregierung und dem Bundesinnenminister.

Durch seine Wortwahl legt er nahe, dass er all diese Telefonate bereits am Vormittag vor dem Tennisspiel führte, das er zunächst verschwiegen hatte. Doch dass er bereits morgens mit den Telefonaten begann, entspricht nicht der Wahrheit, wie der Tagesspiegel am Dienstag berichtete. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte die Senatskanzlei zur Auskunft gegenüber der Zeitung verpflichtet.

Die Senatskanzlei teilte nun mit, dass das erste Telefonat erst um 12:45 Uhr mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey stattfand. „Vielmehr fand der Austausch per Textnachrichten statt“, heißt es. Auch der Austausch mit Innensenatorin Iris Spranger erfolgte am Vormittag lediglich „per Mitteilung“, wie die Senatskanzlei auf eine parlamentarische Anfrage hin im April mitteilte (mehr dazu hier). Kurz nach dem Telefonat mit Giffey ging Wegner eine Stunde lang mit seiner Lebensgefährtin Tennis spielen. Das ließ er zunächst unerwähnt.

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