„Irakische Krankenschwester“ beklagt Rassismus: Theaterstück über das Attentat von Magdeburg

vor 3 Monaten

„Irakische Krankenschwester“ beklagt Rassismus: Theaterstück über das Attentat von Magdeburg
Bildquelle: Apollo News

Am Samstag fand die Premiere des Theaterstücks „Wunde Stadt“ in Magdeburg statt. Darin geht es um die Folgen des Attentats am 20. Dezember 2024, als Taleb al-Abdulmohsen mit einem Auto in den Weihnachtsmarkt raste und dabei neun Menschen starben und über 300 verletzt wurden. In dem Stück treten mehrere namenlose Figuren auf, die von ihrem Leben nach dem Anschlag erzählen. Darunter ist eine irakische Krankenschwester, die nach dem Anschlag von Rassismuserfahrungen berichtet.

Das Stück basiert auf Gesprächen, die Kevin Rittberger mit Überlebenden und Betroffenen geführt hat. Er wurde vom Theater damit beauftragt, einen Text zu verfassen. „Das Theater Magdeburg möchte als öffentliche Institution der Stadt knapp anderthalb Jahre danach mit den ihr eigenen Mitteln einen Beitrag zur Be- und Verarbeitung leisten“, heißt es. „Es geht um eine diverse, solidarische Stadtgesellschaft und viele offene Fragen“, kündigt das Theater an. Unter anderem: „Wie viel Wut kann in Trauer stecken? Wo hört die Wut auf, wo fängt das Ressentiment an und schlägt um in Hass?“ Eine der Figuren will, dass der Attentäter erschossen wird.

Wie der MDR berichtet, lässt sich das zweistündige Stück, das ohne Pause gespielt wird, in vier Sinnabschnitte unterteilen. Jeder Akt ist zeitlich weiter von dem Attentat entfernt. Die Szenen der irakischen Krankenschwester, die seit 30 Jahren in Deutschland arbeitet, sind laut dem Sender in arabischer Sprache. Sie verlässt im vierten Akt die Stadt wegen Rassismuserfahrungen. Laut der Taz überlegt sie, nach Bochum oder Bagdad auszuwandern. „Ihr gehört hier nicht hin“, wird ihr im Theaterstück vorgeworfen. Sie ist wütend, „weil ich Deutschland mein ganzes Leben geschenkt und mir eingebildet habe, hier heimisch zu sein“.

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