Bischof Heiner Wilmer: Ein Neubeginn für die Deutsche Bischofskonferenz?

vor 4 Monaten

Bischof Heiner Wilmer: Ein Neubeginn für die Deutsche Bischofskonferenz?
Bildquelle: Tichys Einblick

Mit Heiner Wilmer haben die deutschen Bischöfe einen neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt, der sich in Auftreten und Redeweise deutlich von seinem Vorgänger abhebt.

So gehäuft kam in seiner ersten Stellungnahme als DBK-Vorsitzender religiöses Vokabular zum Einsatz, dass ein anwesender Pressevertreter dies erstaunt anmerkte. „Noch nie“ seien auf den Pressekonferenzen der DBK „so oft die Worte ‚Christus’, ‚Jesus’ und ‚der Glaube’ verwendet“ worden. Die Verwendung zentraler Glaubensbegriffe als herausragendes Merkmal für einen katholischen Bischof?

In der Tat aber klingen diese Worte aus Heiner Wilmers Mund authentisch – anders als bei seinem Vorgänger Georg Bätzing, der „Jesus“ und vor allem den „Heiligen Geist“ nicht etwa als eigenständige göttliche Akteure im Weltgeschehen aufzufassen schien, sondern vielmehr als Waffe gebrauchte, um kirchenpolitische Reformprojekte voranzutreiben.

Der Ton also ist, ganz abgesehen vom markanten nordischen Einschlag, ein anderer. Das rief umgehend innerkirchliche Reaktionen hervor: Die Initiative „Neuer Anfang“, die sich seit den Wirren des „Synodalen Weges“ für Einheit mit dem Lehramt und gegen deutsche Sonderwege einsetzt, lobt die „spirituelle Tiefe“ und den „geistlichen Akzent“, den sein Statement gesetzt habe. Er habe „theologische und geistliche Substanz“ gezeigt.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, jenes Gremium von Kirchenfunktionären, das die Bischöfe seit der Einrichtung des Synodalen Weges vor sich hertreibt, manifestiert im Glückwunschschreiben die Realität, wie sie zu sein habe: Bischof Georg Bätzing habe „den Weg bereitet“ und überreiche den „Staffelstab“: Man freue sich, den Synodalen Weg weiterzugehen. Ein Diktat, keine Bitte – im ZDK hat man sich daran gewöhnt, die Bischöfe nach der eigenen Pfeife tanzen zu lassen.

Doch ist die Hoffnung oder Befürchtung eines Richtungswechsels begründet? Die Tonalität lässt zumindest auf einen brüderlicheren, freundlicheren Umgang der Bischöfe untereinander schließen. Das würde bereits eine enorme Verbesserung darstellen. Die herablassende und passiv-aggressive Attitüde Bätzings gegenüber seinen Amtsbrüdern war selbst für Außenstehende oft schwer erträglich.

Doch letztlich zählen die Inhalte. Und hier scheint Wilmer nicht zu bestätigen, was seine Wortwahl verheißt.

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