Laut dem Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Dirk Peglow, gibt es derzeit auf arabischsprachigen Online-Plattformen eine Reihe von Aufrufen zu Gewalt gegen religiöse und ethnische Minderheiten aus dem Nahen Osten: „In Deutschland lebende Islamisten rufen derzeit zur Gewalt gegen aus dem Nahen Osten geflohene Minderheiten auf – bedroht werden insbesondere Drusen“, sagte Peglow. Die Verherrlichung von Gewalt und Anstiftung zu Straftaten stelle eine ernste Bedrohung für die öffentliche Sicherheit dar. Demnach bestehe die „konkrete Befürchtung“, dass islamistische Gewaltaufrufe im Netz „Einzelpersonen zu schwersten Straftaten motivieren“ könnten.
Auslöser der neuen Spannungen sind aktuelle Kämpfe in der südsyrischen Region Suwaida. Dort hatten drusische Milizen kürzlich Gebiete von islamistischen Kräften zurückerobert, die der neuen Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa zugerechnet werden. Diese islamistischen Gruppen hatten zuvor schwere Massaker an der drusischen Bevölkerung verübt.
Seit dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad im vergangenen Winter haben sich die Frontlinien in Syrien verschoben – mit direkten Auswirkungen auf die Diaspora in Deutschland. Während früher vor allem Alawiten als Unterstützer des Assad-Regimes im Fokus standen, geraten nun auch Kurden und Drusen ins Visier radikaler Gruppen.
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