Feminismus ist ein großes Wort einer komplexen Welt. Ein Begriff, der zugleich Befreiung verspricht und Ernüchterung hinterlässt. Viele Frauen dieser Generation, der sogenannten Millennials, sind in einem beispiellosen Wohlstand und umgeben von Überfluss an Möglichkeiten aufgewachsen. Als Töchter liberaler Eltern, die Freiheit nicht nur predigten, sondern auch vorlebten und ermöglichten. Diese jungen Frauen hatten Zugang zu guter Bildung, konnten ihren Interessen nachgehen, reisen und sich in die unterschiedlichsten Richtungen entfalten. Die Welt stand ihnen offen.
Und diese Welt war weit weniger poetisch, als sie es sich vorgestellt hatten. Diese Generation wächst zwischen zwei Wahrheiten auf: der stabilen, gelebten Realität des Elternhauses und der ideologischen Prägung durch Schule, Universität und Gesellschaft. Dazu kommen die Geschichten aus dem eigenen Umfeld – Freundinnen, die kämpfen, scheitern, sich trennen und Kinder allein großziehen. In diesem Spannungsfeld beginnt oft eine Phase tiefer Orientierungslosigkeit. Besonders in den frühen Zwanzigern, dieser sensiblen Zeit, in der noch alles möglich scheint.
Viele dieser Frauen sind romantisch veranlagt. Sie wachsen mit der Vorstellung von großer Liebe, Ehe und Familie auf. Während sie noch versuchen, sich selbst zu verstehen, läuft im Kopf längst ein romantisches Drehbuch. Serien wie Sex and the City, Grey’s Anatomy oder Gossip Girl haben Liebe als zentrales Lebensnarrativ inszeniert – intensiv, dramatisch, schicksalhaft. Gleichzeitig erzählten romantische Komödien wie The Notebook oder Bridget Jones’s Diary von der einen großen Liebe, die alle Umwege übersteht.
Die Erwartungshaltung dieser Generation war nicht einfach nur ein Partner, sondern ein männlicher Lebensbegleiter, der sie trägt und unterstützt – emotional, mental und idealerweise auch finanziell. Ein fast schon altmodischer Wunsch in einer Zeit, die genau das verlernt zu haben scheint.
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