Die politische Sommerpause ist Geschichte, und der Bundeskanzler wirkt nach wochenlangem Urlaub frisch und angriffslustig – wie eine männliche Reinkarnation von Greta Thunberg: ein zorniger alter weißer Mann, der dem Klimawandel den politischen Kampf angesagt hat.
Seine Auftritte nach der Pause, ob im Hürtgenwald oder Schloss Neuhardenberg während der Kabinettsklausur, wirken wie aus dem Fridays-for-Future-Drehbuch: Klimawandel, Kampf gegen CO₂-Emissionen, koste es, was es wolle – vor allen Dingen deutsche Arbeitsplätze in der Industrie.
Vor der Presse im Waldbrandgebiet Hürtgenwald ließ Merz die Klimawandelleugner wissen: Man solle sich genau anschauen, was hier passiert sei, denn das sei der Klimawandel. Man werde, so der Kanzler, alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen.
Ferienkanzler Merz hatte drei Wochen Zeit, sich seine neue Strategie zurechtzulegen, die seine Partei fest zwischen Linkspartei und Grünen verankern wird, um wenigstens ein Versprechen einzulösen: die Brandmauer gegen die AfD bis zum letzten Moment zu verteidigen. Am Schlusspunkt seiner tiefen Introspektion: Brüssels CO₂-Linie.
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