Ägypten hat einem Kreuzfahrtschiff mit rund 2.000 Passagieren die Einfahrt verweigert. Die Scarlet Lady der Reederei Virgin Voyages sollte ursprünglich in Alexandria anlegen. Bei der Reise handelt es sich um eine Charterreise des US-Veranstalters Atlantis Events. Das Unternehmen organisiert seit Jahrzehnten Reisen für schwule Männer und bewirbt die aktuelle Fahrt selbst als „all-gay cruise“. Das Programm und die Vermarktung sind damit vor allem auf schwule Männer ausgerichtet.
Bekannt wurde die Entscheidung durch Mitteilungen an die Passagiere, wie unter anderem der britische Guardian berichtet. Laut einem über die Bord-App verbreiteten Hinweis sei die Scarlet Lady kurz vor dem geplanten Anlauf in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag darüber informiert worden, dass sie nicht in ägyptische Gewässer einfahren dürfe. Eine offizielle Begründung durch die Behörden liegt demnach nicht vor. Allerdings dürfte die Entscheidung mit der thematischen Ausrichtung der Reise zusammenhängen.
Bereits Ende Juni hatten türkische Behörden der Scarlet Lady das Anlegen in Kuşadası und Istanbul untersagt. In einer Mitteilung auf X schrieb die Provinzverwaltung von Aydın, dass die Reise gegen „moralischen Werte“ verstoße und deswegen in der Gesellschaft „großes Unbehagen“ ausgelöst habe. Das Schiff sollte eigentlich am 7. Juni in Kuşadası anlegen.
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