Wenn man sich als Regierungschef von einem zwanzig Jahre jüngeren Staatssekretär Tipps geben lassen muss, läuft es nicht gut für den Regierenden Bürgermeister von Berlin. „Wenn da so ein kommunikativer Eindruck entsteht, sollte man den geraderücken“, sagt CDU-Nachwuchstalent Philipp Amthor (33) am Donnerstagabend bei „Markus Lanz“ (ZDF) zum Skandal um die Tennis-Lüge von Kai Wegner (53). „Ich will das gar nicht beschönigen. Es ist eine Situation, die katastrophal ist, und da muss auch ein Berliner Regierender Bürgermeister mit voller politischer Verantwortung reingehen, und ich habe den Eindruck, dass er das tut.“
Wankt Wegner? Nicht nur Berlin hatte eine knappe Woche Blackout, sondern auch der Regierende Bürgermeister, als er den Eindruck dauerhafter Kontrolle und Zuständigkeit nach dem Anschlag auf die Stromleitung erwecken wollte und dabei ertappt wurde, dass er es in Wahrheit ruhig angehen ließ und mit der Lebensgefährtin Tennis spielte.
Wie heikel die Lage für Wegner ist, zeigen die Versuche von Amthor, ihm seine gute Arbeit als eine Art mildernden Umstand zugutezuhalten und gleichzeitig in voller Härte die „politischen Grüße“ des Kanzlers und Parteichefs Friedrich Merz (CDU) in Gestalt einer hammerharten Abmahnung zu überbringen: „Kai Wegner muss mit der Situation jetzt politisch umgehen. Er ist unter Druck geraten. Ich wünsche mir, dass er damit vernünftig umgehen kann. Aber natürlich, der Befund ist richtig: Das erschüttert die Glaubwürdigkeit von Politik und Krisenmanagement, und ich wünsche ihm alles Gute, dass er das einfängt.“
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