Eine Droge namens „Knastpapier“ überschwemmt deutsche Gefängnisse

vor 2 Monaten

Eine Droge namens „Knastpapier“ überschwemmt deutsche Gefängnisse
Bildquelle: NiUS

Deutsche Gefängnisse kämpfen gegen eine Droge, die sich nicht aufhalten lässt. Sie ist unsichtbar, geruchlos, passt in jeden Briefumschlag und wird „Knastpapier“ genannt. Neue psychoaktive Stoffe (NPS), auf Papier gesprüht, erreichen die Gefangenen ganz einfach über den Postweg. Dort werden Briefe in winzige Schnipsel geschnitten und dann konsumiert. Die Wirkung ist unberechenbar. Inhaftierte brechen plötzlich zusammen, manche werden aggressiv oder psychotisch. Und auch das Personal ist gefährdet.

Zahlen des Bundeskriminalamts belegen diesen Trend: Die Gesamtmenge sichergestellter Stoffe stieg 2024 auf 1.805 Kilogramm, ein Plus von 208,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der untersuchten Datensätze mit NPS verdoppelte sich auf 7.546 (+87,6 Prozent). Im Rahmen einer bundesweiten Presseanfrage an die Justizministerien und Justizvollzugsanstalten (JVA) hat NIUS versucht, einen Überblick zu bekommen, wie groß das Problem in den Gefängnissen wirklich ist.

Die Substanzen werden als farb- und geruchsneutrale Flüssigkeit auf Briefe, Fotos oder Kinderzeichnungen aufgetragen. Ein einziges Blatt kann in bis zu 2.500 winzige Schnipsel geteilt werden. Diese werden einzeln verkauft. Der Konsum erfolgt durch Rauchen oder Schlucken. Weil die chemische Zusammensetzung ständig verändert wird, kennen die Konsumenten die genaue Wirkung nicht. In den Gefängnissen hat sich inzwischen die Bezeichnung „Knastpapier“ etabliert.

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