Zum ersten Mal sind in Niedersachsen mehr Menschen mit dem Zustand der Demokratie unzufrieden als zufrieden. Zugleich genießt die Demokratie als Staatsform weiterhin großes Vertrauen. Zu diesen Ergebnissen kommt der Niedersächsische Demokratie-Monitor 2025 (NDM), der alle zwei Jahre die politische Kultur im Land untersucht.
Das zentrale Ergebnis ist dabei ambivalent: Die Demokratie als Staats- und Regierungsform erfährt weiterhin sehr breite Zustimmung, parallel wächst die Unzufriedenheit mit ihrem realen Zustand. Während sich 93 Prozent der Befragten zur Idee der Demokratie bekennen, sind erstmals seit Beginn der Erhebungen mehr Menschen mit dem Zustand der Demokratie unzufrieden als zufrieden. Nur noch rund 30 Prozent äußern sich sehr oder eher zufrieden, während der Anteil der Zufriedenen auf 27 Prozent gefallen ist. 2023 hatten noch 35 Prozent ein positives Urteil abgegeben. 2019, vor der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg, lag dieser Wert sogar bei 52 Prozent.
Die Forscher sehen darin allerdings nicht notwendigerweise ein fundamentales Problem. „Insgesamt gibt es keinen Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende Systemkrise, wohl aber auf einen schleichenden Verlust demokratischer Integrationskraft“, erklärt Philipp Harfst, Erstautor des Demokratie-Monitors. Institutsdirektor Simon Franzmann beschreibt die Entwicklung ähnlich: „Die Demokratie als Staatsform bleibt in Niedersachsen breit anerkannt. Aber politische Akteure, die politische Mitte und die Mechanismen demokratischer Integration verlieren zunehmend an Bindekraft.“
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