Chinas wirtschaftlicher Aufschwung manifestiert sich in seiner beeindruckenden Infrastruktur, im enormen urbanen Wachstum und in seinen technologischen Kapazitäten. Seit dem vergangenen Jahr ist auch statistisch nachweisbar, dass das Land inzwischen zum Kapitalexporteur geworden ist und selbst die jahrzehntelang überlegene deutsche Industrie in ihren Kernsektoren technologisch überholt hat. Doch über allem Glanz schwebt das Damoklesschwert einer anhaltenden Deflation.
Die chinesische Wirtschaft steckt nun im dritten Jahr in einem Umfeld fallender Preise fest. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres sank der sogenannte GDP-Deflator um weitere 0,7 Prozent, wie Bloomberg berichtete.
Der Deflator misst die durchschnittliche Preisveränderung aller im Inland produzierten Güter und Dienstleistungen und setzt das nominale ins Verhältnis zum realen Bruttoinlandsprodukt – eine präzisere Inflationsmessung als willkürlich zusammengestellte Verbraucherpreisindizes, die Preisveränderungen häufig nicht repräsentativ abbilden.
Das hat Folgen für den Arbeitsmarkt und verfestigt die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit unter jungen Arbeitnehmern. Ein Problem für die kommunistische Führung in Peking, deren zentrales Versprechen lautet: Ihr verzichtet auf politische Partizipation, wir sorgen für stetig wachsenden Wohlstand.
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