Seit Jahren taucht die Stadt Chemnitz in den Schlagzeilen auf. Von Medien wird die Stadt als Crystal-Meth-Hochburg, als Drogenhauptstadt Europas, als trauriger Spitzenreiter in europaweiten Studien gehandelt. Eine Stadtratsanfrage zeigt nun, wie die Stadt die Zahlen relativiert.
Seit 2017 beteiligt sich Chemnitz an der Abwasseranalyse der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA). Laut Untersuchungen an über 70 europäischen Standorten werden in der Region rund um Chemnitz und Dresden besonders hohe Mengen an Crystal-Meth-Rückständen im Abwasser gefunden. Eine Studie aus 2024 sah Chemnitz bei Methamphetamin europaweit auf dem dritten Platz.
In einer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Stadträtin Susanne Rasch relativiert die Chemnitzer Bürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky die Aussagekraft der Zahlen. Sie erklärt: „Im Jahr 2025 wurde in der Studie beispielsweise ausgeführt, dass Methamphetamin-Missbrauch sich historisch auf Tschechien und die Slowakei konzentriert, dazu aber im Abwasser in Deutschland, Litauen, Norwegen, Türkei, Spanien, Zypern und den Niederlanden nachweisbar war. Im internationalen Vergleich lagen die Werte in Australien, Kanada und den Vereinigten Staaten höher.“
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