Bei Miosga: von Schirach zerlegt die Altparteien

vor 8 Monaten

Bei Miosga: von Schirach zerlegt die Altparteien
Bildquelle: Tichys Einblick

Vertrauen ist das große Thema des Abends. Oder besser: der Vertrauensverlust der Deutschen in ihre Regierung und in das System. Nur noch 49 Prozent glauben, dass eine liberale Demokratie die Probleme lösen kann. Schirach sieht drei Gründe: Wenn etwas versprochen und nicht gehalten wird. Wenn das Handeln der Politiker als ungerecht empfunden wird. Und wenn die Dinge nicht beim Namen genannt werden. „Alle drei Dinge sind passiert“, sagt Schirach. Deutschland habe momentan „einen Kanzler, der dauernd etwas verspricht, was er überhaupt nicht halten kann. Wir können inzwischen mehr Dinge aufzählen, die nicht gehalten worden sind als die gehalten worden sind.“

Schirach liebt klare Worte, doch die Cancel-Culture hat auch ihn im Schwitzkasten. Das zeigt sich daran, dass er sich entschuldigt, bevor er problematische Worte in den Mund nimmt. Dazu gehört das Wort „Migration“, aber auch – „Entschuldigen Sie bitte, wenn ich da so sage“ – das „Asylrecht“. Schirach: „Wir haben mittlerweile 50 Prozent der Verwaltungsrichter, die ausschließlich mit Asylverfahren beschäftigt sind. Das kann nicht gut gehen.“ Das dritte Wort: „Nochmal: Entschuldigen Sie, dass ich das so sage, das Bürgergeld, das vollkommen falsch angepackt worden ist. Es geht beim Bürgergeld nicht um Geld. Es geht um Gerechtigkeit.“

Mit seinen Sicherheits-Bücklingen richtet er sich devot an Ricarda Lang. Die sitzt neben ihm und erteilt kichernd Absolution. Sie sei ja schließlich keine Zensurstelle. Das ist in der Tat überraschend. Für eine Grüne.

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