Anklage nach Gruppenvergewaltigung: Fünf Männer in U-Haft, weitere Opfer melden sich

vor 4 Monaten

Anklage nach Gruppenvergewaltigung: Fünf Männer in U-Haft, weitere Opfer melden sich
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat Anklage gegen fünf Männer aus dem Kreis Heinsberg erhoben. Ihnen werden mehrere gemeinschaftliche Vergewaltigungen vorgeworfen. Die Beschuldigten sind zwischen 17 und 27 Jahre alt, sie sitzen in Untersuchungshaft. Vier der Männer sind syrischer, einer irakischer Herkunft. Nach bisherigen Erkenntnissen soll eine 17-Jährige im Oktober 2025 in Heinsberg-Unterbruch über längere Zeit missbraucht worden sein. Inzwischen haben sich weitere Opfer gemeldet, insgesamt geht es um drei Fälle.

Der Fall steht nicht isoliert im Raum. Schon im Vorjahr war in Heinsberg ein Ermittlungsverfahren bekannt geworden, in dem mehrere Tatverdächtige (damals zwischen 17 und 26 Jahre alt) im Fokus standen. Es gab einen größeren Polizeieinsatz, vorsorglich mit Spezialeinsatzkommando; als Tatort wurde die Wohnung eines Verdächtigen genannt. Vier Männer wurden damals direkt festgenommen, ein weiterer stellte sich später. Aus „Opferschutzgründen“ blieben Details begrenzt, doch die Linie ist dieselbe: junge Täter, ein Opfer, gemeinschaftliches Vorgehen, ein Umfeld, in dem Nähe keinesfalls schützt.

Und genau hier wird es politisch hoch brisant, weil Zahlen das Wegducken unmöglich machen. Als „Gruppenvergewaltigung“ gilt eine Vergewaltigung, sexuelle Nötigung oder ein sexueller Übergriff, der gemeinschaftlich von mehreren Personen begangen wird (§ 177 Abs. 5 Nr. 1 StGB). Laut Bundesregierung wurden in der polizeilichen Kriminalstatistik 2024 788 solcher Fälle erfasst, 2023 waren es 761. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag 2024 bei 51 Prozent, 2023 bei 47 Prozent.

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