Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern steht kurz nach 20 Uhr am Sonntagabend in den Hochrechnungen von ARD und ZDF bei genau 5,0 Prozent. Damit steht der Einzug der Union ins Landesparlament erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik auf Messers Schneide. Beim aktuellen Auszählungsstand von circa drei Vierteln erreicht die Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz sogar nur 4,5 Prozent. Hier fehlen aber noch etliche Briefwahlstimmen.
Ihre Niederlage hat sich die CDU selbst zuzuschreiben: Die uneinsichtige Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz, der selbst am Wahlabend nach einer Präsidiumssitzung direkt um 18 Uhr die Chuzpe hatte, vor die Presse zu treten, und zu verkünden, er wolle einfach weiter marschieren (mehr dazu im Kommentar). Die Wahlempfehlungen von Unionspolitikern wie Michael Kretschmer aus Sachsen für seine SPD-Kollegin. Und ein Wahlkampf, bei dem die Mitte von Fischbrötchen zum programmatischen Kern erklärt wurde.
Den Platz der Union als Volkspartei rechts der SPD nimmt in Mecklenburg-Vorpommern nun die AfD ein. Ein Zweiparteiensystem wie dieses gibt es derzeit in keinem anderen Bundesland so ausgeprägt.Mit 38 Prozent erzielt die AfD ein Ergebnis, das die CDU nur 1990 erreichen konnte. Seitdem ging es für die Union immer weiter bergab. Mit ihrem bürgerlichen Spitzenkandidaten, dem früheren Radiomoderator Leif-Erik Holm (mehr zu ihm hier und im Videointerview), hat die AfD deren Rolle vollumfänglich eingenommen.
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