Noch sind nicht alle Stimmen in Berlin ausgezählt, doch bereits jetzt ist die Abgeordnetenhauswahl laut den Hochrechnungen ein Erdrutschsieg für die Linkspartei: Sie steht bei rund 25 Prozent und hat damit gute Chancen, mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp die nächste Regierende Bürgermeisterin in Berlin zu stellen. Eine rot-grün-rote Koalition hätte eine deutliche Mehrheit im Abgeordnetenhaus – die einzige realistische Alternative, eine Kenia-Koalition aus CDU, Grünen und Linken, hätte kaum oder möglicherweise gar keine Mehrheit mehr.
Damit liegt es jetzt in der Hand der Grünen und der SPD, ob sie mit dieser Linkspartei zusammengehen wollen. Am Wahlabend gab es dazu von Politikern der Grünen und der SPD keine klare Aussage – Steffen Krach betonte etwa, dass die Entscheidung nicht am Wahlabend fallen werde. Auch vor der Wahl gab es zwar teils deutliche Forderungen aus SPD und Grünen, sich von der Linken zu distanzieren – jedoch ohne eine Koalition klar auszuschließen.
So kommentierte der grüne Spitzenkandidat Werner Graf den antisemitischen Auftritt des linksextremen Rappers Dahabflex auf einer Wahlveranstaltung der Linken damit, dass der Vorfall „daran zweifeln“ ließe, „ob diese Linke in Berlin überhaupt regieren kann und will.“ SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hatte sich mit der Linken bereits während einer Debatte über die Enteignung großer Wohnungsunternehmen hart angelegt.
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