Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt. Um 18 Uhr veröffentlichte die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF ihre erste Prognose für die Landtagswahl vom 20. September. Danach erreicht die AfD 38,0 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig 36,5 Prozent. Die CDU landet bei 5,0 Prozent, die Linke bei 6,0 Prozent, die Grünen bei 5,5 Prozent. Das BSW kommt auf 4,8 Prozent, die FDP auf 1,0 Prozent. Die weiteren Parteien erreichen zusammen 3,2 Prozent.
Gemessen an der Landtagswahl 2021 verschiebt sich das Kräfteverhältnis in einem Ausmaß, das Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren nicht erlebt hat. Die AfD gewinnt nach der ersten Prognose sagenhafte 21,3 Prozentpunkte hinzu und steigert ihr damaliges Ergebnis von 16,7 Prozent auf 38 Prozent. Die SPD verliert 3,1 Punkte, die CDU brutale 8,3 Punkte, die Linke 3,9 Punkte. Die Grünen büßen 0,8 Punkte ein, die FDP 4,8 Punkte.
Für Manuela Schwesig endet damit zunächst eine Aufholjagd, die der SPD in den letzten Tagen des Wahlkampfes noch die Führung in den Umfragen gebracht hatte. Das letzte ZDF-Politbarometer vor der Wahl sah die SPD bei 37 Prozent und die AfD bei 36 Prozent. Die erste Prognose dreht diese Reihenfolge wieder um und setzt die AfD anderthalb Punkte vor die Sozialdemokraten. Schwesigs stark auf ihre Person und die Auseinandersetzung mit der AfD zugeschnittener Endspurt hat den tiefen Absturz ihrer Partei aus früheren Umfragen aufgefangen; an die 39,6 Prozent von 2021 reicht die SPD nach dem ersten Stand nicht heran.
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