Es war kurz vor Mitternacht deutscher Zeit, als Elmar Theveßen bei Markus Lanz am Dienstagabend noch einmal seine ganze US-Expertise in die Wagschale warf. Der ZDF-USA-Korrespondent, der sich sonst gern als Insider inszeniert, traf eine klare Ansage: Der Countdown zum Ultimatum laufe ab, und niemand im Machtzentrum der USA glaubt noch an einen Deal. Stattdessen rechne man mit einer großen militärischen Eskalation – und einem großflächigen Angriff der USA auf Teheran.
„Die meisten Kolleginnen und Kollegen, die auch sehr nah dran sind am Weißen Haus, die rechnen fest damit, dass diese Nacht eine Eskalation kommen könnte“, sagte Theveßen wörtlich. „Es rechnet eigentlich niemand damit, dass man noch rechtzeitig irgendwie einen Deal macht. […] Aber eigentlich rechnen alle mit einer Eskalation. Und zwar mit dem, was letzte Woche immer schon mal kolportiert worden ist – dass es einen großen Schlag geben könnte. Große, breit angelegte Angriffe, vielleicht über einen Tag oder zwei, so dass der Präsident eine Möglichkeit hätte, hinterher einfach kurzerhand Sieg zu erklären und dann diesen Krieg für beendet zu erklären.“
Zweieinhalb Stunden später war von alledem nichts mehr übrig. Statt der prognostizierten Großoffensive und des Siegesdekrets kam exakt das, was Theveßen ausgeschlossen hatte: ein Deal zwischen Iran und den USA, ein Waffenstillstand. Vermittelt wurde dieser von Pakistan. Er sieht ein zweiwöchiges Moratorium vor – und will mögliche Konzessionen neu verhandeln.
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