Wie Olympiasiegerin Alysa Liu zur Heldin der US-Rechten wurde

vor 4 Monaten

Wie Olympiasiegerin Alysa Liu zur Heldin der US-Rechten wurde
Bildquelle: Apollo News

Alysa hat auffällig gefärbte Haare. „Halos“ (zu Deutsch „Heiligenscheine“) nennt sie die gebleichten Querstreifen in ihrem sonst dunkelbraunen Haar. Sie trägt viele Ohrringe, und wenn sie lächelt, sieht man das selbstgestochene Piercing unter ihrer Oberlippe, das aus bestimmten Winkeln die Illusion kleiner Vampirzähne erzeugt. Alysa Liu ist Eiskunstläuferin, und zwar nicht irgendeine. Sie hat gerade als erste US-Amerikanerin seit über zwei Jahrzehnten bei den Olympischen Winterspielen Gold gewonnen.

Wenn man sich fragen würde, ob sich dieser Erfolg in ihrer Karriere abgezeichnet hat, wäre die Antwort: erst ja und dann auf gar keinen Fall.  Mit 13 Jahren wurde sie zum ersten Mal US-Meisterin der Frauen und stellte damit als jüngste Gewinnerin aller Zeiten einen Rekord auf. Ihre Konkurrentinnen mussten sie auf das Treppchen heben, und selbst ganz oben auf dem ersten Platz war sie noch kleiner als die anderen auf den unteren Stufen. Im nächsten Jahr gewann sie wieder, ein weiterer Rekord. Mit 16 Jahren nahm sie zum ersten Mal an den Olympischen Spielen teil. Sie galt als die Nachwuchshoffnung im amerikanischen Eissport.

Als sie wenig später bekannt gab, mit dem Eiskunstlauf aufzuhören, galt ihre Karriere als unwiderruflich und endgültig beendet. Zwei Jahre war sie weg, bis sie ebenso überraschend beschloss, wieder professionell zu trainieren. Ihre alten Trainer hatten versucht, es ihr auszureden. Niemand nimmt mitten in der Pubertät eine Auszeit vom professionellen Eiskunstlauf und kommt dann einfach so wieder zurück. Der Körper hat sich verändert, die Gewichtsverteilung ist anders – alles Umstände, die die Sprungqualität beeinflussen. Bisher hatte das noch niemand geschafft. Und doch: Alysa fand schnell zu ihrer alten Form zurück und wurde sogar noch besser. 2025 wurde sie prompt Weltmeisterin. Und diese goldene Strähne setzte sie bei den Olympischen Spielen nun fort.

Zu Beginn der Saison wurde Alysa in der Wintersport-Szene für ihr nie dagewesenes Comeback gefeiert, in den sozialen Medien für ihre alternative Goth-Ästhetik, die in der konservativen Eiskunstwelt als Rebellion gilt. Doch nun ist Liu unverhofft noch in einer dritten Szene zu einer Art Heldin geworden – ausgerechnet unter den Rechten. Denn zu Alysa Liu gibt es noch eine Gegenspielerin: Eileen Gu, die „Verräterin“.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Apollo News

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Apollo News zu lesen.

Weitere Artikel