Anderthalb Jahre zieht sich der zähe Übernahmeprozess der Commerzbank durch die Unicredit nun bereits hin. Seit Dienstag kommt allerdings sichtbar Bewegung in die Angelegenheit. Die Mailänder Bank legte ein konkretes Übernahmeangebot vor und offerierte einen Aktientausch von 0,485 Unicredit-Papieren je Commerzbank-Anteil. Das entspricht nach wie vor einem Wert von rund 31,5 Euro je Aktie, während die Commerzbank-Papiere derzeit bei etwa 37 Euro notieren.
Mitten in die Übernahmestreitigkeiten platzte die Nachricht vom nächsten Stellenabbau bei der Commerzbank: Rund 3.000 Vollzeitstellen sollen bis 2030 wegfallen. Die Bank reagiert damit auf den wachsenden Druck durch Unicredit und versucht zu signalisieren, dass sie auch eigenständig profitabel wachsen kann. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bank angekündigt, bis 2028 rund 3.900 Stellen abzubauen – vor allem in Deutschland.
Der Commerzbank-Betriebsratschef und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Uebel zeigte sich in dieser Woche verärgert über die Kommunikationspraxis der Unicredit. Es gehe hier nicht um Zirkusponys in der Manege, so Uebel, sondern um einen DAX-Vorstand. Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte zuvor den Commerzbank-Vorstand öffentlich aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die Kommunikation mit ihm wieder aufzunehmen; andernfalls werde Unicredit das bestehende Angebot nicht weiter erhöhen. Eine skurrile Art der Kommunikation über die Medien.
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