In Oberwiera in Sachsen wird ein Windrad wegen des ständigen Lärms, den es verursacht, zurückgebaut. Der Abriss soll laut dpa Mitte Juli beginnen. Dass ein Windrad wegen Lärms zurückgebaut werden muss, ist laut dem Bundesverband Windenergie ein bisher einmaliger Vorgang. Die Anlage mit einer Nabenhöhe von 169 Metern ist das höchste Windrad Sachsens und war erst seit zweieinhalb Jahren in Betrieb. Das Projekt kostete zehn Millionen Euro. Rund 5.000 Haushalte sollten durch das Windrad versorgt werden.
Wer den Abriss bezahlen soll, steht noch nicht fest. Doch der Unternehmer Andreas Berger bestätigt gegenüber der dpa, dass der Steuerzahler nicht dafür aufkommen solle. Seit der Errichtung der Windkraftanlage im Jahr 2023 hatten die Bewohner über Lärm geklagt. Eine Anwohnerin des Ortes berichtet der Presseagentur, dass die tiefen Brummtöne der Anlage selbst bei geschlossenen Fenstern im Obergeschoss ihres Hauses zu hören gewesen seien. Ihr Haus befindet sich 1.000 Meter von dem Windrad entfernt – der in Sachsen gesetzlich geltende Mindestabstand.
Die Geräusche hätten sie wahnsinnig gemacht, sagt die Anwohnerin. „Man muss sich das vorstellen, wie wenn die ganze Zeit ein Flugzeug über einem kreist.“ Auch der Bürgermeister des 1.000-Einwohner-Ortes hat sich selbst von den Brummtönen überzeugt, indem er nachts spazieren ging, wenn alles andere still war. „Da habe ich diese Geräusche deutlich wahrgenommen“, sagt er der dpa. „Es klingt, wie wenn man aus einem Flugzeug steigt und die Turbine läuft noch.“
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