„Wie einst der Opa – Mit dir durch Europa“: WDR-„Monitor“ skandalisiert harmloses RWE-Fanbanner als NS-Anspielung

vor etwa 2 Monaten

„Wie einst der Opa – Mit dir durch Europa“: WDR-„Monitor“ skandalisiert harmloses RWE-Fanbanner als NS-Anspielung
Bildquelle: NiUS

Das Magazin „Monitor“ des WDR hat in einem Beitrag über Rechtsextremismus im Fußball ein Fan-Banner von Rot-Weiss Essen (RWE) als vermeintlichen Beleg für NS-Nähe dargestellt. Die Redaktion wertete die Aufschrift „Wie einst der Opa – mit dir durch Europa“ als eine Anspielung auf die Wehrmacht – und berief sich dabei auf einen anonymen Kronzeugen, der einst selbst Teil der Fanszene war. Tatsächlich handelt es sich um eine harmlose Anspielung auf Vereinstradition und Fan-Kultur.

Das Banner hing beim Testspiel der Essener gegen Hibernian Edinburgh im vergangenen Jahr an der Tribüne. Es bezog sich auf das letzte Aufeinandertreffen beider Clubs in der Saison 1955/56 im damaligen Europapokal der Landesmeister. „Wie einst der Opa“ spielt auf die „Opa-Generation“ an, die vor genau 70 Jahren mit RWE nach Schottland reiste – und auf die kultige Figur des „Opa Luscheskowski“.

Diese fiktive Fan-Ikone ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der RWE-Kurve – und Bestandteil etwaiger Choreografien. Der Gesang „Oh Opa Luscheskowski, wo bist du nur geblieben … du kennst den Rot-Weiss Essen schon seit 1907“ ist eine Adaption des Schalker „Opa Pritschikowski“-Lieds. Die rivalisierenden Ruhrpott-Clubs teilen diesen Kult seit Langem, wie der Spiegel bereits 2010 berichtete. Der „Opa“ symbolisiert den treuen Fan, der durch dick und dünn geht und sich für den Verein aufopfert.

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