„Sich in seinen Entscheidungen mit völliger Selbstverständlichkeit über andere hinwegsetzen“: So definiert der Duden in seinem Bedeutungswörterbuch Selbstherrlichkeit.
Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in Köln erweitert dieses Verhaltensmuster. Er setzt sich in seinen Entscheidungen nicht nur mit völliger Selbstverständlichkeit über andere hinweg – in unserem Fall sogar über das Landgericht Köln. Der WDR lässt auch noch andere für diese Dreistigkeit zahlen.
Schon inhaltlich ist die Angelegenheit, die am Ende zu einer saftigen Strafe für den WDR führen wird, ein kleiner Skandal.
In ihrer Sendung, die so heißt wie sie selbst, lässt Sandra Maischberger Anfang Juni dieses Jahres einen etwa 30 Sekunden langen Clip zeigen. Das Material hat ihre Redaktion nicht selbst gedreht und auch sonst niemand von der ARD: Sie hat es bei YouTube heruntergeladen. Das ist im Rahmen des sogenannten Zitatrechts erlaubt, wenn man bestimmte Vorgaben erfüllt.
Doch das schafft die Redaktion nicht.
Zur Erinnerung: Diese Redaktion arbeitet im Auftrag des WDR und produziert eine Sendung für den WDR. Also für ein Haus mit etwa 1,7 Milliarden Euro jährlich an Einnahmen – weit überwiegend aus den Zwangsgebühren, die jetzt „Beiträge“ heißen – und insgesamt etwa 6.600 Mitarbeitern. Der WDR ist mit Abstand die größte Anstalt im Verbund der ARD und nach der britischen BBC sogar der zweitgrößte Sender in ganz Europa.
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