Es wirkt besessen, wie sich Internetgruppen in Europa gerade an den USA abarbeiten. Boykottaufrufe aus Dänemark (60.000 Follower), Schweden (angeblich 90 Prozent der Frauen zwischen 18 und 34), ein französischer Hopfenbauer hat eine Facebook-Gruppe gegründet mit dem Namen „Genug von Amerikas imperialistischen Exzessen“, in deutschen vor allem linken Foren überschlagen sich die Boykott-Aufrufe. Präzise werden die Waren aufgezählt, die man nicht mehr kaufen soll, eigentlich nicht mehr kaufen darf. Es ist ein Who is Who des American Way of Life, der die Westeuropäer jahrzehntelang geprägt hat: Coca-Cola, McDonalds, Starbucks, Netflix, Apple – und noch 50 Namen mehr.
Mein gesunder Menschenverstand sagt sich: Es sind so viele Marken, Institutionen, Einrichtungen, Erfindungen, Modelabels, Produkte – sie alle haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Wir können uns doch nicht selbst abschaffen!
Coca-Cola Kisten stapeln sich in einem Getränkemarkt.
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