Nach dem vorläufigen Scheitern des geplanten Spargesetzes im Gesundheitswesen steht die Bundesregierung vor einem akuten Finanzproblem. Noch ist unklar, wie kurzfristig steigende Krankenkassenbeiträge verhindert werden können. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) äußerte im Bundestag deutliche Kritik an der Entscheidung des Bundesrats, das Gesetz in den Vermittlungsausschuss zu schicken. „Durch den Vermittlungsausschuss geht nun auch entscheidende Zeit verloren, die den Krankenkassen für die Aufstellung der Haushalte fehlt“, sagte sie in der Etatdebatte.
Der Zeitdruck ist erheblich: In den kommenden Wochen müssen die Krankenkassen über die Zusatzbeiträge für das Jahr 2026 entscheiden. SPD-Sozialpolitikerin Dagmar Schmidt zeigte sich dennoch zuversichtlich. Sie sei „optimistisch, dass wir auch in diesem Jahr noch gemeinsam mit den Ländern für stabile Beiträge in der Krankenversicherung sorgen können“. Krankenkassenverbände hatten zuvor gewarnt, ohne die geplanten Einsparungen würden die Beiträge „zum Jahreswechsel noch stärker steigen, als sie es ohnehin schon tun“. Das Thema steht am Abend auch auf der Tagesordnung des Koalitionsausschusses im Kanzleramt unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Warken bezeichnete das Ausbremsen des Gesetzes als „fatales Signal“. Schon ein kleines Sparpaket stoße auf massiven Widerstand, kritisierte sie. Das geplante Gesetz sei das erste seiner Art in dieser Legislaturperiode. „Es ist einfach alternativlos, dass wir es tun müssen“, betonte die Ministerin. Besonders die Länder lehnen die vorgesehenen Einsparungen von 1,8 Milliarden Euro bei den Krankenhäusern ab – sie machen den größten Teil des insgesamt zwei Milliarden Euro schweren Sparpakets aus.
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