Deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund bilden beim Wahlverhalten keineswegs eine homogene Gruppe. Während muslimische Wahlberechtigte besonders häufig SPD und Linke unterstützen, ist die AfD unter deutschen Staatsbürgern mit familiären Wurzeln in der früheren Sowjetunion vergleichsweise stark. Eine neue Studie zeigt zugleich: In einigen Herkunftsgruppen wächst die Distanz zu fast allen Parteien.
Zwischen zwölf und 14 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Gemeint sind in der Untersuchung deutsche Staatsbürger, die selbst nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurden oder bei denen mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Ausländische Staatsbürger ohne deutsche Staatsangehörigkeit sind nicht Gegenstand der Untersuchung, weil sie bei Bundestagswahlen nicht stimmberechtigt sind.
Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) hat untersucht, welche Parteien sich deutsche Staatsbürger mit und ohne Migrationshintergrund grundsätzlich vorstellen können zu wählen. Dafür wurden dieselben 2.631 Wahlberechtigten im Winter 2023/2024 und im Winter 2024/2025 befragt. Für den Vergleich der Herkunftsgruppen wurden 2.467 von ihnen ausgewertet. 164 Befragte mit Bezug zu anderen Herkunftsregionen blieben dabei unberücksichtigt.
Die Untersuchung ist keine klassische Sonntagsfrage. Die Teilnehmer sollten jede Partei auf einer Skala von 1 bis 7 bewerten. Die Forscher zählten bereits alle Befragten mit einem Wert von mindestens 3 zu den potenziellen Wählern einer Partei. Eine Person konnte folglich mehrere Parteien gleichzeitig als grundsätzlich wählbar bezeichnen. Die Werte sind deshalb deutlich höher als tatsächliche Wahlergebnisse.
In den vergangenen zehn Jahren flossen aus dem Bundesfamilienministerium rund 91,4 Millionen Euro an das DeZIM-Institut. Wie NIUS exklusiv aus dem Bundesfamilienministerium erfuhr, laufen die institutionellen und projektbezogenen Fördermittel auch in diesem Jahr weiter. Die Summe aus der Behörde von Karin Prien (CDU) beträgt fast zehn Millionen Euro.
Am geringsten fallen die Unterschiede zwischen Wahlberechtigten ohne Migrationshintergrund und deutschen Staatsbürgern mit familiären Wurzeln in anderen EU-Staaten aus.
Unter den Befragten ohne Migrationshintergrund hielten 2025 insgesamt 70 Prozent CDU und CSU für grundsätzlich wählbar. Es folgten SPD mit 68 Prozent, Grüne mit 55 Prozent, FDP mit 45 Prozent, Linke mit 36 Prozent und AfD mit 28 Prozent.
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