Wenn eines in diesen Wochen am Standort Deutschland gewiss ist, dann sind es die nicht mehr endenden schlechten Nachrichten. Der Volkswagen-Konzern kündigte in der vergangenen Woche an, seine Belegschaft in den kommenden Jahren von rund 657.000 um bis zu 100.000 Mitarbeiter zu reduzieren. Um zusätzliche Liquidität angesichts schrumpfender Gewinnmargen bereitzustellen, soll zudem die profitable Schiffsmotorensparte Everllence (ehemals MAN Energy Solutions) mehrheitlich veräußert werden. Der Konzern rechnet mit einem Verkaufserlös von 7,4 Milliarden Euro.
Vier VW-Werke werden aller Wahrscheinlichkeit nach schließen. Die Standorte Hannover, Emden, Zwickau sowie das Audi-Werk in Neckarsulm werden dem Konsolidierungsdruck zum Opfer fallen. Dies klingt weniger nach einer Konsolidierung des Geschäfts als vielmehr nach einem partiellen Kollaps eines Unternehmens, das vor allem auf seinem einstigen Hoffnungsmarkt China massiv unter Druck geraten ist und dort inzwischen rund 36 Prozent seines ursprünglichen Verkaufsvolumens eingebüßt hat. Seit dem bisherigen Rekordjahr 2018 fiel die Zahl der verkauften Fahrzeuge in China von 4,2 Millionen auf 2,7 Millionen.
Im vergangenen Jahr sank die Zahl der verkauften Autos weltweit auf 8,98 Millionen Einheiten. Auch für das laufende Jahr rechnet der VW-Konzern nicht mit einer Steigerung der Absatzzahlen. Umso überraschender war die Meldung des Vorstands, schon bald wieder in den Wachstumsmodus zurückzukehren und weltweit erneut die Marke von zehn Millionen verkauften Fahrzeugen anzustreben.
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