„In die wissenschaftlichen Bewertungen des Instituts mischt sich die Politik nicht ein, ich auch nicht“, behauptete Gesundheitsminister Karl Lauterbach im Frühjahr 2024. Interne E-Mails zwischen ihm und RKI-Chef Wieler, die WDR, NDR und SZ vorliegen, zeigen nun aber: Im Februar 2022 verhinderte Lauterbach über mehrere Monate hinweg eine Herabstufung des Corona-Sicherheits-Risikos – obwohl das Robert Koch-Institut (RKI) immer wieder darauf drängte.
Laut einem Bericht der Tagesschau schrieb Wieler am 3. Februar 2022 morgens um 4.28 Uhr eine E-Mail an den Bundesgesundheitsminister. „Lieber Herr Lauterbach, wir haben gestern im Krisenstab die Risikobewertung besprochen.“
Das RKI wolle die Corona-Gefahr von „sehr hoch“ auf „hoch“ herabstufen, „da die Krankheitsschwere von Omikron geringer ausfällt als die von Delta“.
Am folgenden Tag zur Mittagszeit antwortete ihm Karl Lauterbach mit Verweis auf die „hohen Fallzahlen“: „Die Herabstufung der Risiko-Bewertung halte ich für problematisch.“ Eine Herabstufung „insbesondere vor dem Treffen der Ministerpräsidentenkonferenz“ sei „das falsche Signal“.
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