Ein am Montagabend in der Tagesschau ausgestrahlter Beitrag zum Irankrieg sorgt für Irritationen. Zu sehen ist eine scheinbar regimekritische Frau aus Teheran, die mit ihrem Vornamen Sepideh vorgestellt wird, sich äußerst kritisch zum US-Kriegseinsatz äußert und Donald Trump attackiert. Weil unabhängige Berichterstattung aus dem Iran derzeit nahezu unmöglich ist, wirft der Beitrag Fragen nach seiner Authentizität und Herkunft auf. Laut Auskunft des verantwortlichen Bayerischen Rundfunks hat das „Team des ARD-Büros Teheran“ das Material geliefert.
Der Beitrag zeigt die Frau in ihrer Kellerwohnung in der iranischen Hauptstadt. Dort warnt sie vor einer weiteren Eskalation des Konflikts, insbesondere mit Blick auf die Drohungen von US-Präsident Donald Trump. Die Frau, die ohne Kopftuch auftritt, wird als westlich und regimekritisch porträtiert: an den Wänden ihrer Wohnung hängen E-Gitarren. Zudem tritt sie in einer Szene ohne Kopftuch vor die Tür, um mit ihrem Hund spazieren zu gehen, obwohl es Frauen nach derzeitiger Gesetzeslage im Iran verboten, sich ohne Kopftuch im öffentlichen Raum aufzuhalten. Auch mit Hunden in Teheran Gassi zugehen, ist laut Guardian nicht erlaubt.
Auch der Umstand, dass sie sich vor laufender Kamera und ohne Unkenntlichmachung ihres Gesichts als Oppositionelle erscheint, wirft Fragen auf, weil öffentliche Regimekritik brutal verfolgt wird. Dass bei den Angriffen der USA auch Zivilisten ums Leben kommen, sei für die Frau und ihr Umfeld „das Schlimmste“, schildert die Sprecherin des Beitrags. Dies gelte auch für Menschen, die den Krieg „als einzigen Ausweg gegen das Regime sehen“, heißt es weiter. „Ich sehe wie die Zweifel größer werden. Viele glauben mittlerweile, dass für die mit Menschen im Iran nichts Gutes herauskommt“, sagte die Frau weiter.
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