Verspätete Briefwahl-Unterlagen – Behörden verschickten Briefe über extreme Umwege

vor mehr als 1 Jahr

Verspätete Briefwahl-Unterlagen – Behörden verschickten Briefe über extreme Umwege
Bildquelle: Apollo News

213.000 Auslandsdeutsche haben sich im Wahlregister für die Bundestagswahl registrieren lassen. Doch aufgrund des zu späten Postversands vieler Gemeinden konnten viele Auslandsdeutsche nicht an der Wahl teilnehmen. Wie sich nun herausstellt, versandten die verantwortlichen Behörden die Briefwahlunterlagen teilweise über große Umwege.

Denn mehrere Gemeinden entschieden sich bei dem Versand der Briefwahlunterlagen dazu, Unternehmen mit dem Postversand zu betrauen, die die Auslandspost zunächst sammelten. Anschließend transportieren die Unternehmen die gesammelte Post erst in ein Drittland, um diese von dort aus zu günstigeren Konditionen international zu versenden. Dieser umständliche Postversand sorgte in mehreren Fällen für tagelange Verzögerungen.

Zu einer extremen Verzögerung kam es deshalb bei der Versendung von Briefwahlunterlagen durch die niedersächsische Stadt Syke. Die Stadt hatte die Briefwahlunterlagen an ein Unternehmen versendet, das die gesammelte Post nach Österreich leitete. Das führte dazu, dass die Zusendung der Wahlunterlagen an eine Auslandsdeutsche in der niederländischen Stadt Groningen, die nur 190 Kilometer von Syke entfernt ist, 18 Tage lang dauerte. Die Briefwahlunterlagen kamen für die Auslandsdeutsche zu spät an, sodass ihre Stimme verfiel. Der Stadtrat der Kleinstadt Syke, Thomas Kuchem, behauptet, nicht gewusst zu haben, dass der Versanddienstleister seine Briefe über ein Drittland verschickt, so berichtet es die Tagesschau.

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