Als jemand, der die ungarischen Verhältnisse aus eigener Anschauung etwas kennt und – wie viele Ostdeutsche – die Ereignisse von 1989 bewusst miterlebt hat, hat NIUS-Autor Frank W. Haubold die jüngste Äußerung von Außenminister Johann Wadephul (CDU) fassungslos zurückgelassen. Auch die ungarische Regierung reagierte empört auf Wadephuls Diplomatie der moralischen Überlegenheit.
Am 25. Februar 2026 sagte Wadephul nach einem Treffen mit seinem belgischen Kollegen Maxime Prévot in Berlin: „Ich bin nach wie vor erschüttert über das ungarische Verhalten. Ungarn verrät seinen eigenen Freiheitskampf.“ Und weiter: „Es ist erschreckend, mit anzusehen, wie das eigene historische Erbe hier mit Füßen getreten wird.“ Gemeint ist Ungarns Blockade neuer EU-Sanktionen gegen Russland und eines großen Hilfspakets für die Ukraine – eine Position, die aus Berliner Sicht unverständlich ist.
Die Antwort aus Ungarn ließ nicht lange auf sich warten: „Ich finde es etwas viel, wenn ein Deutscher Ungarn und die Ungarn in Bezug auf ihr historisches Erbe belehrt“, erklärte Außenminister Péter Szijjártó und riet der deutschen Regierung, sich nicht weiter in den ungarischen Wahlkampf einzumischen.
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