Je näher der Wahltermin (12. April) rückt, desto unversöhnlicher stehen sich die beiden Lager (Fidesz und Tisza) gegenüber. Allerdings spiegelt die mediale Darstellung hierzulande die Verhältnisse hauptsächlich aus Sicht der Opposition und der EU-Führung wider.
Mit seinem Veto gegen den 90-Milliarden-Kredit der EU an die Ukraine hat Viktor Orbán nicht nur die EU, sondern fast die gesamte westliche Medienlandschaft gegen sich aufgebracht. Verständnis findet seine aus ungarischer Sicht durchaus nachvollziehbare Haltung nur in der ebenfalls von der Sperrung der Druschba-Trasse betroffenen Slowakei und eingeschränkt von der italienischen Ministerpräsidentin Meloni.
Die EU-Führung setzt im Hinblick auf die anstehenden Wahlen inzwischen ziemlich eindeutig auf Péter Magyar von der oppositionellen Tisza-Partei, obwohl dessen Karriere von einigen Skandalen geprägt ist. Noch eindeutiger positioniert sich die Regierung in Kiew bis hin zu persönlichen Drohungen gegenüber Ministerpräsident Orbán. Die Beschlagnahmung eines durchaus dubiosen Geldtransports der Ukraine durch ungarische Behörden hat das Klima ebenfalls vergiftet und zusätzlich Öl in das Feuer gegenseitiger Vorwürfe gegossen, wobei konkrete Drohungen eindeutig von ukrainischer Seite ausgehen.
Diese werden wiederum von Orbán und Fidesz genutzt, um die Ukraine der Einmischung zu bezichtigen und den Oppositionsführer Magyar als Marionette Kiews und Brüssels darzustellen. Tisza kontert mit den bekannten Korruptionsvorwürfen gegen Orbán und einer angeblichen Nähe der ungarischen Regierung zu Russland und Putin.
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