Was sich in London vor dem Ministry of Defence abspielte, war keine bunte Kundgebung. Vor dem Sitz des britischen Verteidigungsministeriums drängte ein Pro-Palästina-Mob auf das Gebäude zu und versuchte nach Berichten, Royal-Navy-Offiziere zu bedrängen, als diese das Haus betreten wollten. Das Sicherheitspersonal reagierte mit den Schutzvorrichtungen des Ministeriums. Wer dort Blast Doors hochfahren muss, weil eine Menge auf Militärpersonal losgeht, erlebt keinen demokratischen Meinungsaustausch, sondern den sichtbaren Verlust staatlicher Autorität.
Die Bilder sind deshalb so verheerend, weil sie den ganzen Kern der westlichen Selbsttäuschung offenlegen. Über Jahre wurde jeder gewachsene Unmut über importierte Konflikte, aggressive Straßenmobilisierung und die Radikalisierung bestimmter Milieus immer wieder als Übertreibung, Hysterie oder Fremdenfeindlichkeit abgetan.
Und dann steht da plötzlich eine aufgebrachte Menge vor einer zentralen Verteidigungseinrichtung eines westlichen Staates und versucht, Offiziere der Royal Navy einzukesseln. Die Polizei vor Ort musste sich erst hastig neu sortieren, eine Schutzlinie bilden und die Demonstranten zurückdrängen, damit die Marineangehörigen überhaupt unbehelligt ins Gebäude kamen. Das ist ein Offenbarungseid.
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