Donald Trump lädt seine Freunde zur Party ein – und die Einladungen sind versendet. Damit steckt der zukünftige US-Präsident direkt ab, wen er zu seinen Verbündeten zählt und wen nicht. Einige Namen, die sich am 20. Januar zur Inauguration einfinden sollen, sind keine Überraschung. Das neue Triplett der Generation X, die in diesen Jahren der Boomer-Generation den Staffelstab entrissen hat, heißt Musk, Meloni, Milei. Der Tech-Milliardär hat ein freundschaftliches Verhältnis zur italienischen Ministerpräsidentin aufgebaut, und der argentinische Präsident teilt wiederum die wirtschaftlichen Vorstellungen des X-Moguls.
Damit deutet sich auch eine gewisse kontinentale Repräsentation an, sowie ein möglicher präferierter Partner. Unter Javier Milei verlässt Argentinien den gewaltigen Schatten des brasilianischen Mitbewerbers und macht wieder als Investitionsstandort von sich reden. Säße noch Bolsonaro im brasilianischen Präsidentensessel, die Konstellation sähe vermutlich anders aus; mit Milei hat Washington dagegen einen stabilen Verbündeten im einstigen Vorhof der Monroe-Hemisphäre. Bolsonaro hat trotzdem eine Einladung erhalten, kann dieser aber offenbar nicht nachkommen.
Nicht nur Giorgia Meloni erhielt eine Einladung unter den europäischen Regierungschefs. Auch Viktor Orbán, der Trump in Mar-e-Lago besucht hatte, sollte eigentlich am 20. Januar der Amtseinführung beiwohnen. Der ungarische Ministerpräsident kann jedoch nicht persönlich anwesend sein; das ist der Stand am 17. Januar. Meloni ist damit die ranghöchste Vertreterin der europäischen Länder, die vor Ort sein wird. Ihrem seit Jahren gehegten Ziel, der präferierte Partner der USA zu werden, um als Mittlerin zwischen Brüssel und Washington zu verhandeln, ist sie damit ein gewaltiges Stück nähergekommen. Sie hatte diese Rolle schon beim G7-Gipfel geprobt. Emmanuel Macron und Olaf Scholz kamen gar nicht erst in die Auswahl.
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