Quentin Tarantino hat schon angekündigt, sich „Toy Story 5“ nicht anzusehen. Der Grund: Es sei, so der Kult-Regisseur, nicht möglich, die Teile 1–3 zu toppen. Selbst schuld. Denn der fünfte Teil der Spielzeug-Heldensaga ist klug, kurzweilig und versöhnlich.
Wieder geht es um den Cowboy Woody (im Deutschen gesprochen von Michael „Bully“ Herbig), der mit Altherrenglatze und Plauze daherkommt. Es geht auch um die in die Jahre gekommene Jessie, eine Art Cowgirl-Chefin der Spielzeugrasselbande. Natürlich ist auch ihr Verehrer Buzz Lightyear dabei, der Verstärkung von einer ganzen Lightyear-Armada bekommt. Jessie will für ihre Besitzerin Bonnie, eine schüchterne Einzelgängerin, unbedingt Freunde finden. Der Haken: Es ist Amerika, und Kinder werden im Elterntaxi zu Playdates kutschiert. Die achtjährige Bonnie liebt ihre Spielzeuge und erfindet fantasievolle Szenen, während die Mädchen, mit denen sie gern befreundet wäre, nur am Tablet hängen und die Nachbarskinder kein Interesse an neuen Freundschaften zeigen.
Die traurigsten Kameraschwenks über die Wohnstraße zeigen lauter blaue LED-Screens in den Fenstern. Und jeder, wirklich jeder, muss sich im Kinosaal an die eigene Nase fassen: So ist unsere Realität heute. Wer schon mal erlebt hat, wie Kinder bei einem Treffen nebeneinander ins Handy schauen, anstatt draußen zu spielen, weiß, wovon die Rede ist. Es geht um süchtig machende Apps, das Gefühl, etwas zu verpassen, und „echte“ Freundschaften, mit denen Chatgruppen eben nicht mithalten können.
DONALD TRAMPELT AUF NATO-GIPFEL: Drohung an Iran, Zorn gegen Spanien & Lob für Selenskyj | WELT LIVE










