Der Kreistagsvorsitzende des Thüringer Landkreises Saalfeld-Rudolstadt, Oliver Weder, soll am Dienstag eine Schweigeminute für die Opfer des Sechsfachmordes in Stade mit der Begründung abgelehnt haben, dass man nicht für jedes Verbrechen eine Schweigeminute abhalten könne. Das wirft ihm der AfD-Kreistagsabgeordnete Josef Kluy vor – der Landrat des Kreises bestreitet diese Begründung.
Der AfD-Kreistagsabgeordnete Josef Kluy schilderte gegenüber Apollo News seine Sicht der Dinge: Demnach habe er zu Beginn der Sitzung eine Schweigeminute für die getöteten Jugendamtsmitarbeiter beantragt. Doch diese lehnte Weder ab. Der SPD-Kreistagsvorsitzende habe die Ablehnung damit begründet, dass nicht für jedes Verbrechen eine Schweigeminute abgehalten werden könne, schildert Kluy. Erst danach habe sich Landrat Marko Wolfram ans Mikrofon gestellt und zumindest Bedauern über die Opfer geäußert.
Weder hat auf eine Anfrage von Apollo News bislang nicht reagiert. Das Landratsamt bestätigte unterdessen die Aussagen Kluys im Wesentlichen, bestreitet jedoch, dass die Schweigeminute mit der von Kluy geäußerten Begründung abgewiesen wurde. Zum einen weist das Amt darauf hin, dass Kluy „spontan zu Beginn der Sitzung zu einer Schweigeminute aufgerufen“ habe.
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