Ein „spannendes Drecksloch“ nennt Dominik Koch die deutsche Hauptstadt. Die allermeisten Nicht-Berliner dürften ihm da sofort zustimmen (die meisten Berliner vermutlich auch).
Besonders das ehemalige Stasi-Gefängnis im Stadtteil Hohenschönhausen hat es dem Arzt aus Aschaffenburg angetan. Seitdem er den düsteren Ort zum ersten Mal selbst besuchte, war für ihn klar: Das müssen seine Kinder auch einmal sehen. Zwecks politischer Bildung und so. DDR zum Anfassen.
Am Morgen des 1. Mai packt Koch seine Familie in den Zug. In Berlin angekommen, machen sie sich auf den Weg nach Hohenschönhausen: Tochter Linnea, Sohn Finnegan und dessen Freundin Matilda. Nur Mutter Sandra bleibt wegen akuten Unwohlseins im Hotel.
Man kann das für Schicksal halten, wie die Zeitung „Berliner Kurier“ berichtet – und wir gleich sehen werden.
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Kurz vor vier Uhr nachmittags erreicht die Reisegruppe Koch gerade noch die letzte Führung des Tages. Der Rundgang führt durch kahle Flure, düstere Verhörräume, karge Zellen. Die beklemmende Architektur des sozialistischen Repressionsapparates.
Nach rund anderthalb Stunden sitzen die 20 Teilnehmer der Führung in einem Besprechungsraum. Der Tour-Guide erzählt gerade Gefängnis-Anekdoten. Plötzlich wird es dunkel. Das Licht geht aus.
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