Beim Bürgergespräch in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) hat der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz die AfD scharf kritisiert – und dabei auch Vergleiche zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert angestellt. Auf die Frage einer Bürgerin, weshalb es eine politische Brandmauer gegen die Partei gebe, legte Scholz eine ausführliche Erklärung vor – und nutzte dabei zum Teil Argumente, die letztlich auf die SPD und ihn selbst zurückfallen.
Scholz beschrieb zunächst seine Erfahrungen aus der Regierungszeit im Bundestag: „Wenn man da auf der Regierungsbank sitzt, sitzt man ja direkt vor der AfD und das, was die sagen, nicht hinten am Pult, sondern auf den Sitzbänken, ist so schlimm, dass man sich hinterher jedes Mal duschen möchte.“ Damit knüpfte er an frühere Äußerungen über den Ton der AfD-Fraktion an und machte deutlich, wie sehr ihn deren parlamentarisches Auftreten störe.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs zog Scholz eine Linie zu historischen Beispielen politischer Radikalisierung im Deutschland der Weimarer Republik. „Alle gefährlichen Parteien definieren ein Wir und schließen andere aus, so haben das die Nazis gemacht“, sagte der SPD-Politiker. Entscheidend sei, wenn unter den Menschen, „die hier leben und die hier Staatsbürger sind“, plötzlich einige nicht mehr dazugehören sollen – und immer neue Gruppen ausgegrenzt werden. Das sei die Grundlage für Entwicklungen, „die in Deutschland schon mal passiert“ seien.
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