Angesichts der anstehenden Landtagswahlen im September warnt die Chemieindustrie in den ostdeutschen Bundesländern vor einem Wahlerfolg der AfD. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt liegt die AfD laut aktuellen Umfragen auf dem ersten Platz, in Berlin teils auf einem geteilten zweiten Platz. „Was ich bei unseren Unternehmen sehe, ist schon eine gewisse Sorge über den Wahlausgang“, sagt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände, der dpa.
Die Branche stehe wegen hoher Rohstoff- und Energiekosten sowie wegen einer schwachen Nachfrage unter Druck. Der AfD wird in der „sehr, sehr schwierigen und anspruchsvollen wirtschaftlichen Lage“ nicht genügend Erfahrung zugetraut. Außerdem fragt sich der Verband, wie sich die Partei auf europäischer Ebene verhalten würde. Für die Wirtschaft sei es wichtig, „dass man in Europa bestimmte Dinge richtig einhält“. Einen Austausch gibt es mit der AfD bisher nicht.
Derweil überlegt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, wie die SPD wieder die Zustimmung der Arbeiter bekommen kann. Denn in Rheinland-Pfalz wählten 39 Prozent der Arbeiter die AfD – ein Anstieg um 21 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Wahl. In Baden-Württemberg machten 37 Prozent der Arbeiter ihr Kreuz bei der Partei. Die SPD kam insgesamt nur auf 5,5 Prozent. Angesichts dessen schlägt Woidke im Interview mit der Zeit vor, die CO2-Bepreisung zu reformieren. So will er Industriearbeiter für seine Partei gewinnen.
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