Wie immer das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Anchorage heute ausgehen mag, ein Ergebnis steht schon jetzt fest: Die Geopolitik ist wieder das bestimmende Moment im außenpolitischen Handeln der Großmächte. Die europäischen Mittelmächte samt ihrem bürokratischen Überbau namens EU spielen dabei nur eine Statistenrolle am Spielfeldrand – auch weil sie die grundlegend veränderte Lage nicht erkennen wollen und sich dadurch noch zusätzlich selbst verzwergt haben.
Geopolitisch ist schon die Wahl des Ortes für das Zusammentreffen: Alaska, einst als „Russisch-Amerika“ von wagemutigen russischen Forschern und Expeditionen erschlossen, war 1867 für die damals schon bescheidene Summe von rund sieben Millionen Dollar in amerikanischen Besitz übergegangen. Das Zarenreich brauchte dringend Geld, das Zeitalter des Fiat-Geldes, in dem Staaten bei Misswirtschaft ihren Bankrott mit der Gelddruckmaschine hinauszögern konnten, war noch nicht angebrochen.
Ein „Deal“ ist immer möglich
Wladimir Putin kommt Trump also einen Schritt entgegen und trifft ihn auf US-Territorium, das aber zugleich eine russische Vergangenheit hat. Das ist nicht nur geographisch komfortabel, weil der russische Präsident kein Territorium überqueren muss, in dem ihm bei unvorhergesehenem Zwischenaufenthalt eine Verhaftung wegen entsprechender Wünsche eines von beiden Großmächten nicht anerkannten internationalen Gerichts drohen könnte.
Die Ortswahl in Alaska sendet vor allem eine historische und geopolitische Botschaft: Staaten können über alles verhandeln und sich über alles einigen. Ein „Deal“ ist immer möglich, und am Ende ist jeder Kompromiss stets eine Frage des Geldes und der ökonomischen Interessen.
Sowohl die Russische Föderation als auch die USA haben ein überragendes Interesse, ihre handels-, außen- und sicherheitspolitischen Beziehungen wieder zu normalisieren und die Balance im Spiel der Weltmächte gegenüber dem aufsteigenden Riesen China wiederherzustellen.
Das Sanktionsregime ist gescheitert
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











