Im Interview mit der NZZ spricht der Schriftsteller Richard David Precht über Daniel Günthers Vorstoß, vermeintliche „Feinde der Demokratie“ wie NIUS zu zensieren.
Auf die Frage, ob Günthers Vorstoß ein Skandal sei, antwortet Precht mit:
„Günther vertrat eine Meinung, die viele Politiker haben: Sie denken, wir müssten unsere Demokratie gegen die Feinde der Demokratie im Netz verteidigen, im Zweifel auch mit Verboten. In die gleiche Richtung geht die Forderung nach einem AfD-Verbot. Doch was genau wäre der Straftatbestand? Wir haben in Deutschland das Recht, Blödsinn zu äußern. Wir haben auch das Recht, unwahre Dinge zu behaupten. Um trotzdem dagegen vorgehen zu können, braucht man einen Begriff, den vor allem Geheimdienste verwenden, jenen der ‚Desinformation‘. Das ist hochproblematisch, denn wer entscheidet darüber, was ‚Desinformation‘ ist und was nicht? Daniel Günther kann sich ja aufregen über das, was bei ‚NIUS‘ erzählt wird – er hat sicher gute Gründe dafür – aber verbieten geht zu weit.“
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