Klartext statt Klamauk: „Restore Britain“ zeigt, woran Deutschlands Parteigründungen rechts der Mitte scheitern

vor 5 Monaten

Klartext statt Klamauk: „Restore Britain“ zeigt, woran Deutschlands Parteigründungen rechts der Mitte scheitern
Bildquelle: NiUS

In Großbritannien hat sich am Wochenende eine neue Partei formiert. „Restore Britain“ heißt das Projekt des ehemaligen Reform-UK-Politikers Rupert Lowe, das in den sozialen Netzwerken bereits große Aufmerksamkeit bekommt. Vergleicht man die Neugründung mit konservativ-liberalen deutschen Parteiprojekten, ist schnell feststellbar: Auf der Insel ist man nicht ohne Grund erfolgreicher.

Als „Restore Britain“ am Samstag auf allen Internetkanälen gestartet wurde, verbreitete sich die Nachricht und die Inhalte der Partei vermutlich fast so schnell wie der Tod von Lady Di. In Form eines siebenminütigen Videos machte Parteigründer Lowe klar, worum es ihm geht: Das Ende von Massenmigration und den Erhalt britischer Kultur und Wertvorstellungen. Das Ziel: „Restore Britain wird nicht nur die Massenmigration stoppen, wir werden sie umkehren“, so der Politiker, der 2024 für die konservative Partei Reform UK ins Parlament gewählt wurde, nach internen Streitigkeiten jedoch aus der Partei austrat. „Wenn Sie in diesem Land ohne unsere Erlaubnis sind, werden Sie entfernt“, ist der Plan des Politikers.

Lowe macht im Clip den Anschein, als wolle er endlich Klartext reden: „Ich werde Ihnen keine tröstenden Lügen über den Zustand unseres Landes erzählen.“ Dem Volk wolle er nur die Wahrheit unterbreiten, und zu der gehöre auch: „Was notwendig ist, wird unglaublich schmerzhaft sein, aber zum ersten Mal seit sehr langer Zeit werden die Wähler eine echte Alternative haben, die wahrheitsgemäß ist.“

Trotz der harten Botschaften wirkt Lowe in dem Video tiefenentspannt. Keine hektischen Gesten, kein Gepöbel. Mit Gummistiefeln, Cordhose und britischer Regenjacke ausgestattet, macht er den Eindruck eines Landesvaters, der das Land und seine Sorgen versteht. Selbst der Ort der Videoaufnahme ist durchdacht: „Ich habe mich entschieden, heute von der Farm aus zu Ihnen zu sprechen, weil Orte wie dieser das darstellen, worum es im richtigen Britannien geht.“ Ihm gehe es um „harte Arbeit, Verantwortung, Anstrengung, Pflicht, Verwalterschaft“.

Das Wochenende war noch nicht vorüber, da konnte die Partei bereits 50.000 neue Mitglieder vermelden. Allein auf Lowes X-Account hat das Vorstellungsvideo bereits 35 Millionen Aufrufe. Wäre so etwas auch in Deutschland möglich?

Niemals! Werteunion, Bündnis Deutschland, Die Blaue Partei, Liberal-Konservative Reformer, Team Freiheit: Die Liste der deutschen Parteigründungen rechts der Mitte hat sich nach der Geburt der AfD 2013 in den vergangenen Jahren immer weiter verlängert. Durchbrechenden Erfolg hatte davon bisher jedoch keine. Die Liberal-Konservativen Reformer haben sich zwischenzeitlich umbenannt in Wir Bürger, Die Blaue Partei gibt es mittlerweile nicht einmal mehr. Was macht der in Oxford geborene Lowe also schon jetzt besser als seine deutschen Kollegen?

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