Es klingt nach einer abgedroschenen Floskel, und dennoch ist die Beobachtung eminent: Der E-Commerce-Boom hält ungebrochen an. Plattformen wie Amazon, eBay oder die chinesische Konkurrenz von Alibaba und Temu fahren nicht nur Milliardengewinne ein, sie versorgen auch den europäischen Binnenmarkt mit beeindruckender Effizienz und Skalierbarkeit im Konsumgüterbereich.
Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der importierten Pakete mit geringem Warenwert um mehr als 20 Prozent auf 5,8 Milliarden registrierte Sendungen. Eine Entwicklung, die den Erfolg digitaler Handelsplattformen eindrucksvoll dokumentiert – und zwangsläufig jene Institution auf den Plan ruft, die zwar floskelhaft den Freihandel propagiert, ihn in ihrer täglichen Praxis jedoch nach Strich und Faden bekämpft: die EU-Kommission.
Auf das Radar gerieten im Zuge dieser verzweifelten Suche nach dem schnöden Mammon vor allem die chinesischen Internetplattformen, allen voran die zuletzt heftig kritisierte Firma Temu. Eine Bagatell-Abgabe, wie Brüssel sie nennt, von drei Euro ist seit dem 1. Juli bei einem Paketwert von unter 150 Euro und je Zolltarifposition, also je Warengruppe innerhalb einer Sendung, fällig. Der Importeur regelt das Zollprozedere und führt, je nachdem, welche Warengruppen das Paket enthält, den entsprechenden Obolus an den EU-Haushalt ab.
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