Der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland hat eine Programmbeschwerde gegen den Bayerischen Rundfunk wegen der „Klar“-Sendung „Scharia-Richter, TikTok-Islamisten, Parallelwelten: Wo uns Islamismus unterwandert“ eingereicht. Der Verband fordert eine „programmrechtliche, journalistische und medienethische Prüfung“ des Beitrags mit Moderatorin Julia Ruhs. Der BR bestätigte den Eingang der Beschwerde. Man werde sich „mit der gebotenen Sorgfalt inhaltlich damit auseinandersetzen“, erklärte der Sender laut KNA.
Der Islamrat wird maßgeblich von der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG) geprägt. Auf seiner eigenen Internetseite führt der Verband die IGMG als größte Mitgliedsorganisation. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bezeichnet die IGMG als „größte islamistische Organisation in Deutschland“.
Ausgerechnet dieser Verband geht nun gegen eine ARD-Sendung vor, die sich mit Islamismus, religiösem Druck und Parallelstrukturen beschäftigt. Der Islamrat wirft dem Beitrag vor, eine „alarmistische Unterwanderungserzählung“ zu verbreiten. Kritisiert wird unter anderem, dass die Sendung Ramadan-Konflikte an Schulen, Scharia-Vorstellungen, islamistische Influencer und patriarchale Strukturen gemeinsam behandelt.
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