In Münster wollte die Stadtbücherei den großen Aufpasser spielen. Zwei Bücher, die nicht ins enge linke Weltbild passten, wurden kurzerhand mit einem moralischen Warnschild versehen: „Dies ist ein Werk mit umstrittenem Inhalt.“ Damit sollte der Bürger schon beim Griff ins Regal daran erinnert werden, was er besser nicht lesen sollte.
Der Autor dieser Bücher stellte in seinen Werken die bemannte Mondlandung infrage und bestritt den Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki. Für die Bibliothek offenbar Grund genug, ein ideologisches Stoppschild direkt aufs Buch zu kleben. Schließlich könnten Leser auf „falsche“ Gedanken kommen, wenn man sie ohne entsprechenden Hinweis durchs Leben gehen lässt.
Dieser Bevormundungsversuch der Stadtbücherei Münster ist mit dem aktuellen Urteil gescheitert. Das Oberverwaltungsgericht Münster zog dem Maulkorb-Projekt den Stecker. Laut Gericht verletzte der Hinweis das Grundrecht des Autors auf Meinungsfreiheit und seine Persönlichkeitsrechte. Ein Autor darf schreiben, und Leser dürfen lesen und sich ihre Meinung selbst bilden.
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