Im Interview mit dem Handelsblatt äußerte sich der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering kritisch zur Lage seiner Partei. Der 86-Jährige beklagte neben der Debatte um die Rentenreform auch eine politische Lähmung im Umgang mit der AfD. „Da kommt die AfD, also wird alles stillgestellt“, sagte er. Auf diese Weise entstehe jedoch keine Begeisterung bei den Wählern. „Politik braucht Impulse, sonst verliert sie die Menschen.“
Dass die SPD zunehmend Wähler an die AfD verliere, führt Müntefering vor allem auf eine unzureichende Vermittlung der eigenen Politik zurück. „Die AfD sagt: Wir kennen eure Probleme, wir boxen was für euch durch. Das sind nicht immer differenzierte Argumente, aber sie vermitteln Nähe und Entschlossenheit.“
Für Müntefering sei deshalb vor allem Klarheit entscheidend – auch in zentralen politischen Fragen wie Migration oder sozialer Sicherheit. Probleme dürften nicht beschönigt oder ausgesessen werden. „Wenn wir nicht klar sagen, wofür wir stehen, verlieren wir Vertrauen.“
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