Bombenattentat in Monaco: Sohn des Opfers ist Kopf von Telefonbetrügern

vor 4 Tagen

Bombenattentat in Monaco: Sohn des Opfers ist Kopf von Telefonbetrügern
Bildquelle: Tichys Einblick

„Es war schrecklich – die Explosion war in ganz Monaco zu hören, dann folgten laute Sirenen. Das Fürstentum ist in einem Ausnahmezustand“, beschreibt eine Zeugin, die in der Nähe des Tatorts lebt, im Telefonat mit Tichys Einblick die aktuelle Situation im Kleinstaat an der Côte d’Azur. Die Unternehmerin fügt hinzu: „Wir brauchen diese Leute hier nicht. Da muss jetzt etwas passieren.“

Tatsächlich ist der Mordversuch am ukrainisch-zypriotischen Multimillionär Vadym Yermolaiev und seiner Familie im Fürstentum der erste Anschlag seit 729 Jahren: Der von der Regierung Selenskyj sanktionierte Unternehmer wurde durch die Splitterbombe schwer verletzt, ebenso seine Lebensgefährtin, das 13-jährige Kind des Paars wurde nur leicht verletzt. Der Täter soll nach dem Ablegen der Bombe nach Frankreich geflohen sein.

Dass der ukrainische Geheimdienst für das Attentat verantwortlich sein könnte, gilt als ein Ermittlungsstrang – doch es könnten auch andere gefährliche Feinde der Familie sein: Artur Yermolaiev, der 35-jährige Sohn des nun schwer verkletzten Exil-Ukrainers, gilt als einer der Köpfe eines internationalen Netzwerks von Betrugs-Callcentern, das aus der Ukraine heraus operierte und Hunderte Millionen Dollar erbeutete. Schätzungen sprechen von bis zu 100 Millionen Euro Schaden weltweit. Die Opfer der Betrugsmafia: vor allem ältere Menschen in der EU, den USA und Russland. Die Betrüger gaben sich bei der Kontaktaufnahme als Bankmitarbeiter, Behördenvertreter oder Techniker aus und ergaunerten so Zugangsdaten, Kreditkarteninformationen oder forderten Überweisungen unter Vorspiegelung falscher Notfälle. Allein in Estland sollen Millionen erbeutet worden sein.

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