Bei Miosga: Wie die AfD jede Sendung auch ohne Anwesenheit dominiert

vor mehr als 1 Jahr

Bei Miosga: Wie die AfD jede Sendung auch ohne Anwesenheit dominiert
Bildquelle: Tichys Einblick

Moment mal, Saskia Esken in einer Talkshow? War da nicht was? Hatte die SPD-Parteichefin nicht Talkshow-Verbot? Hatte das nicht mal irgendwer gefordert? Ach egal jetzt, die Zeiten sind hart, die SPD steht in den Umfragen bei kläglichen 14 Prozent, da muss halt jeder an Deck, sogar der Klabautermann.

Doch auch die CDU lässt sich nicht lumpen. Ihr Staffelläufer an diesem Abend ist Reiner Haseloff. Auch nicht schlecht. Denn damit ist genau jener Ministerpräsident zu Gast, in dessen Bundesland Sachsen-Anhalt der jüngste Terroranschlag weder besonders engagiert analysiert noch aufgearbeitet wird. Magdeburg. Wir erinnern uns, auch wenn es in den Medien verdächtig still geworden ist. Auch an diesem Abend soll die Terrorfahrt nur sehr kurz zur Sprache kommen.

Die Empfehlung nimmt ihren Lauf. Und die AfD muss überhaupt nichts dafür tun. Nicht einmal anwesend muss sie sein. Die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla können sich entspannt zurücklehnen und Chips knabbern.

Denn mit Haseloff und Esken sind zwei Paradesoldaten am Start, die den Untergang des alten Parteiensystems idealtypisch verkörpern. Wenn dies die neue Kartell-Struktur der angeblich „demokratischen“ Parteien sein soll – dieser semantische Kniff soll auch heute Abend mehrfach bemüht werden –, dann gute Nacht. SPD und CDU sind sich mittlerweile so spinnefeind, dass das Märchen vom Bündnis der „demokratischen Mitte“, zu der angeblich ja sogar die Grünen und die Linke gehören sollen, immer absurder erscheint.

Hier sind zwei Leute lebensnah in ihrem natürlichen Habitat „Laberrunde“ zu beobachten, die so ganz und gar nicht miteinander können. Man stelle sich vor, SPD und CDU würden nach dem 23. Februar koalieren. Und Leute wie Esken und Haseloff müssten einen Koalitionsvertrag aushandeln. Der Abend bei Miosga macht klar: In so einem Fall könnte das Land nur komplett an die Wand gefahren werden. Bei Miosga blaffen sich die beiden derart offen an, dass man nur noch knabbernd-staunend zuschauen kann. Hier wird keine Sekunde ernsthaft miteinander diskutiert. Geschweige denn, dass Probleme besprochen würden, die das Land tatsächlich beschäftigen.

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